Aceton
Aceton, ein Ketonkörper, entsteht, wenn Insulin fehlt und damit der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangt. Der Körper schaltet dann auf den so genannten Hunger-Stoffwechsel um. Dabei stellen sich die Körperzellen den lebensnotwendigen Zucker aus Körperfett her. Aceton übersäuert den Organismus, man spricht von einer Ketoacidose. Unbehandelt fällt der Patient ins Koma. Ein Harntest zeigt an, ob im Körper Aceton entsteht. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt auf jeden Fall, wie Sie sich verhalten sollen, wenn Aceton in hohen Konzentrationen im Harn erscheint!

Auge
Das Auge, genauer gesagt die Augennetzhaut, leidet unter einer schlechten Einstellung des Stoffwechsels. Der hohe Zucker schädigt kleinste Blutgefäße. Bemerkt er diese Schäden zu spät, kann der Diabetiker erblinden. Gehen Sie deshalb regelmäßig jedes halbe Jahr zum Augenarzt und lassen Sie sich dort Ihren Augenhintergrund untersuchen. Schäden im Anfangsstadium lassen sich mit Laserstrahlen gut reparieren.

Blutzucker
Dieser Wert liegt bei unbehandelten oder schlecht eingestellten Diabetikern zu hoch. Normalerweise sollte er 60 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) nicht unter- und 120 mg/dl nicht überschreiten. Je näher der Blutzucker eines Diabetikers auf Dauer an der Norm eingestellt ist, desto größer die Chance, lange Zeit gesund zu bleiben. Ein Blutzuckertest gibt Auskunft über den aktuellen Blutzuckerwert.

Diabetes
Ein Mensch braucht das Hormon Insulin lebensnotwendig, um seine Zellen mit Traubenzucker aus der Nahrung zu versorgen. Bei einem Diabetiker fehlt Insulin, deshalb steigt der Zuckerspiegel im Blut an, man spricht von der Zuckerkrankheit. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes schädigt den Körper auf Dauer stark und senkt die Lebenserwartung. Grundsätzlich unterscheidet man einen Typ-1- von einem Typ-2-Diabetes. Letzterer ist auch unter dem Namen Altersdiabetes bekannt. Typ-1-Diabetiker sind lebenslang auf Insulin angewiesen, Typ-2-Diabetiker können oft auch mit Tabletten behandelt werden.

Diät
Typ-1-Diabetiker, die mehrmals täglich ihren Zucker testen und darauf abgestimmt Insulin spritzen, essen zu festen Zeiten bestimmte Mengen an Kohlenhydraten. Übergewichtige Typ-2-Diabetiker sollten in der Regel erst abnehmen. Sie brauchen eine fettarme und an ballaststoffhaltigen Kohlenhydraten reiche Reduktionskost. Für Typ-2-Diabetiker, die ihren Zucker mit Tabletten regulieren, gilt: möglichst kein Zucker in der Nahrung, sondern "komplexe" Kohlenhydrate, die erst im Körper in Traubenzucker zerlegt werden und wenig Fett.



Einstellung
Im wahrsten Sinne des Wortes kommt es bei einem Diabetiker auf die Einstellung an, auf die seines Stoffwechsels. Eine gute Einstellung zeichnet sich durch möglichst normnahe Blutzuckerwerte aus. Die Güte der Stoffwechsel-Einstellung über vier bis sechs Wochen spiegelt der so genannte HbA1c-Wert wider. Er gibt an, wie viel roter Blutfarbstoff in diesem Zeitraum verzuckert wurde. Je weniger, desto besser die Einstellung, desto größer die Chance auf ein Leben ohne Spätfolgen. Der HbA1c sollte bei Typ-2-Diabetikern unter sieben Prozent liegen, bei Typ-1-Diabetikern möglichst im Normbereich von etwas 5,6 Prozent.

Folgeschäden
Ein schlecht eingestellter Blutzucker bleibt nicht ohne Folgen: Herz-Kreislauf-System, Nieren, Augen und Nerven können massiv geschädigt werden. Die so genannte diabetische Makroangiophathie entspricht einer Arteriosklerose bei einem Nicht-Diabetiker. Beim Diabetiker tritt sie allerdings stärker, früher und häufiger auf. Die diabetische Mikroangiopathie äußert sich in der Zerstörung von Nieren und Augen. Als Polyneurpoathie bezeichnet man eine Schädigung von Nerven im gesamten Körper. Durchblutungs- und Nervenstörungen bedingen oft einen diabetischen Fuß, bei dem sich kleine Wunden so ausdehnen, dass der Fuß abgenommen werden muss.

Gestations-Diabetes
Vor allem Frauen, die bereits Verwandte mit Typ-2-Diabetes oder Übergewicht haben laufen Gefahr, in der Schwangerschaft einen Gestations-Diabetes zu entwickeln. Diese Form der Zuckerkrankheit kann sich nach der Geburt wieder verlieren. Dennoch ist eine gute Blutzucker-Einstellung während der gesamten Schwangerschaft für die Gesundheit des Ungeborenen äußerst wichtig. Babys, die in der Schwangerschaft hohe Zuckerkonzentrationen abbekommen haben, können ernste Schäden davontragen. Einen Gestations-Diabetes erkennt man oft nicht durch einen Harnzucker-, sondern nur durch einen Blutzuckertest.

Glukose
Im Körper werden alle Kohlenhydrate aus der Nahrung zerkleinert. Es bleibt Glukose, auch Traubenzucker genannt. Ihre Konzentration im Blut bestimmt den Blutzuckerwert. Am schnellsten wird die Glukose aus Rohrzucker freigesetzt. Da die Bauchspeicheldrüse eines Diabetikers dem raschen Anfluten von Glukose nicht mehr gewachsen ist, sollte er nur ausnahmsweise Nahrungsmittel mit Zucker oder Traubenzucker zu sich nehmen. Besser sind Nahrungsmittel, die Stärke enthalten, also Kartoffeln, Reis oder Mehl. Um hieraus Traubenzucker freizusetzen, braucht der Körper länger, der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an.

Harnzucker
Ab einer Blutzucker-Konzentration von 160 bis 180 mg/dl gelingt es der Niere nicht mehr, den Zucker im Körper zu halten. Er gelangt mit dem Urin nach draußen und kann dort mittels Test-Streifen nachgewiesen werden. Allerdings dient der ermittelte Wert nur einer groben Einschätzung: Der Diabetiker weiß, dass der Blutzucker in den vergangenen Stunden zu hoch gewesen sein muss. Er weiß jedoch nicht, ob der Zucker aktuell noch zu hoch ist. Harnzucker-Tests eignen sich um einen Diabetes zu erkennen, und auch für Typ-2-Diabetiker, die ihren Blutzucker nicht selbst bestimmen.

HbA1c
Der HbA1c-Wert gibt an, wie die Blutzucker-Einstellung in den vergangenen vier bis sechs Wochen war. Dies ist möglich, weil Hämoglobin (Hb) abhängig von der Höhe des Blutzuckers mit Zucker verbunden wird. Das heißt: Je höher der Durchschnitts-Blutzucker in den zurückliegenden Wochen, desto höher der Anteil des verzuckerten Hämoglobins. Bei Diabetikern soll der Wert nicht über sieben Prozent liegen. Den HbA1c zu bestimmen, ist heute wichtiger Bestandteil jeder Diabetes-Therapie. Weil er nur ein Durchschnittswert ist, also keine Aussage über den jeweiligen Einzelwert zulässt, ersetzt er nicht das Selbsttesten.

Hyperglykämie / Hypoglykämie
Der Begriff Hyperglykämie beschreibt eine über den Normwerten liegende Blutzucker-Konzentration im Blut. Von einem solchen Zustand spricht man, wenn die Blutzuckerwerte morgens nüchtern über 110 Milligramm pro Deziliter Blut liegen oder eine Stunde nach einer Mahlzeit über 140 Milligramm pro Deziliter. Von einer Hypoglykämie spricht man dagegen, wenn der Blutzuckerwert zu tief ist, also unter 70 Milligramm pro Deziliter liegt. Eine Unterzuckerung ist akut gefährlich, führt aber, im Gegensatz zur Überzuckerung, nicht zu Spätschäden. Um Unterzuckerungen abzufangen, muss ein Diabetiker immer Traubenzucker bei sich haben.

Insulin
Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das der Körper besonders dann ausschüttet, wenn ein Mensch Kohlenhydrate isst. Aus allen Kohlenyhdraten entsteht im Körper Glukose, die den Zellen als lebenswichtiger Energiespender dient. Sie kann aber nur in die Zellen gelangen, wenn Insulin vor Ort ist. Bei einem Diabetiker fehlt Insulin entweder ganz (Typ-1), oder es wirkt nicht mehr richtig (Typ-2). In der Folge steigt die Konzentration des Zuckers Glukose im Blut an, während es den Zellen daran mangelt.Mit Hilfe täglicher Spritzen kann man dem Körper Insulin zuführen und damit den hohen Blutzucker-Spiegel senken. Mittlerweile gibt es sehr schnell und sehr kurz wirksame Insuline, sehr lang wirksame und solche, die eine mittlere Wirkdauer aufweisen.

Insulin-Resistenz
Die Insulin-Resistenz ist der Grund für den Blutzucker-Anstieg beim Typ-2-Diabetiker. Aus noch nicht genau bekannten Gründen kann Insulin an den Zellen nicht mehr optimal wirken, das heißt, es erfüllt seine Funktion als Glukose-Schlüssel für die Zellen nur noch unvollständig. Um dies auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse im Anfangsstadium immer mehr Insulin, man spricht von einer Hyperinsulinämie. Bis sie eines Tages alle Kraft verlässt, die Insulin-Produktion also sinkt und in der Folge der Blutzucker steigt.

Insulinsensitizer
Diese Arzneimittel, chemisch als Thiazolidindione bezeichnet, wird man künftig in Deutschland zur Behandlung des Typ-2-Diabetes einsetzen, und zwar in Ergänzung zu Sulfonylharnstoffen oder Metformin. Thiazolidindione haben einen ganz neuen Wirkmechanismus: Sie verbessern die Wirkung des körpereigenen Insulins an Muskeln und Fettgewebe. Damit greifen sie in eine wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes ein: die verminderte Empfindlichkeit der Zellen auf das Insulin der Bauchspeicheldrüse.

Intensivierte konventionelle Therapie (ICT)
Mit dieser Therapieform genießt ein Diabetiker viele Freiheiten. Er muss sich nicht mehr an feste Mahlzeiten halten und er kann, bei Verwendung eines sehr schnell wirksamen Insulins, so essen wie ein gesunder Mensch. ICT bedeutet, dass der Diabetiker jeweils vor dem Essen seinen Blutzucker testet, sich überlegt, wie viele Kohlenhydrate er essen möchte und dann die passende Dosis Insulin dazu spritzt. Bei sehr kurz wirksamem Insulin spritzt man, in Abhängigkeit vom Blutzucker und der Art der Mahlzeit, erst nach dem Essen.

Ketoazidose
Ketoazidose ist eine schwere Stoffwechsel-Entgleisung im Rahmen des Diabetes. Sie tritt auf, wenn Insulin fehlt und damit die Blutzucker-Werte hoch sind. Um dennoch an Glukose zu gelangen, gewinnt der Körper diese aus Fett. Dabei entstehen so genannte Ketonkörper, darunter Aceton, die das Blut sauer machen. Die Entgleisung entwickelt sich rasch und endet unbehandelt im Koma. Deshalb muss sich ein Diabetiker vom Arzt genau erklären lassen, wie er sich zu verhalten hat, wenn Blutzucker-Werte hoch sind und Teststreifen Aceton im Harn anzeigen.

Kohlenhydrate
Kohlenhydrate werden häufig als KH abgekürzt. Es handelt sich um Nährstoffe aus dem Essen, die im Darm sämtlich zu Glukose abgebaut werden. Je nachdem, wie schnell das geschieht, unterscheidet man bei Diabetes KH, die langsam ins Blut gehen (z. B. aus Vollkornprodukten), von solchen, die schnell ins Blut gehen (z. B. Produkte mit Rohrzucker). Der Diabetiker sollte "langsame" KH bevorzugen und den Schwerpunkt in seiner Ernährung auf diese KH ausrichten. Um den Umgang mit KH und anderen Stoffen der Nahrung zu lernen, sollte ein Diabetiker eine Ernährungsberaterin aufsuchen bzw. an einer speziellen Schulung teilnehmen.



Konventionelle Insulin-Therapie
Im Rahmen dieser Therapie spritzt der Patient in der Regel morgens und abends ein Mischinsulin. Über den Tag verteilt isst er dann zu festen Zeiten jeweils bestimmte Mengen Kohlenhydrate, das heißt, er folgt mit seiner Nahrungsaufnahme dem Blutspiegel des Insulins. Damit steht die konventionelle Therapie im Gegensatz zur intensivierten konventionellen Therapie, bei der sich nicht das Essen nach dem Spritzen, sondern das Spritzen nach dem Essen richtet.

Metabolisches Syndrom
Beim metabolischen Syndrom sind mehrere wichtige Prozesse im Körper gestört: der Zucker- und der Fettstoffwechsel sowie der Blutdruck. Die meisten Menschen mit einem metabolischen Syndrom sind übergewichtig. Übergewicht trägt entscheidend zur Manifestation des Syndroms bei. Die Folgen sind gravierend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, daraus folgend Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen, Augenschäden und Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen treten gehäuft auf. Eine konsequente Therapie inklusive einer veränderten Lebensführung kann die Risiken entscheidend mindern.

Metformin
Dieser Arzneistoff zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zählt zur Gruppe der so genannten Biguanide. Im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen treten unter Metformin keine Unterzuckerungen auf, weil es den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse kein Insulin entlockt. Damit eignet es sich auch für übergewichtige Diabetiker, die mit Arzneimitteln, die die Insulin-Freisetzung ankurbeln und Unterzuckerungen hervorrufen können, oft verstärkten Appetit und deshalb zusätzlich Probleme beim Einhalten einer Diät haben. Metformin wirkt, indem es unter anderem dafür sorgt, dass Glukose leichter in die Zelle gelangt.

Makulopathie
Im Rahmen einer diabetischen Makulopathie wird der Ort des schärfsten Sehens im Auge geschädigt, die so genannte Makula. Mit der Makula sieht man geradeaus und kann Einzelheiten erkennen. Bei einer Makulopathie sieht man zum Beispiel Buchstaben verzerrt und gerade Linien verbogen, sie kann aber auch lange nahezu ohne Symptome verlaufen. Bester Schutz: Einmal jährlich den Augenhintergrund beim Augenarzt untersuchen lassen. Dazu muss die Iris mit speziellen Augentropfen geweitet werden!

Netzhaut-Untersuchung
Die Netzhaut der Augen ist bei Diabetikern gefährdet. Schlimmstenfalls führt ihre Zerstörung zur Erblindung. Dem kann man vorbeugen: Die Netzhaut mindestens einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen lassen.
Der Augenarzt muss dazu vorher die Augen "weittropfen". Ansonsten kann er die Netzhaut nicht richtig betrachten. Die Untersuchung ist schmerzlos, man sollte danach jedoch kein Auto fahren. Denn wegen der weitgetropften Pupillen siehts man nur unscharf. Schäden in einem frühen Stadium können repariert werden.

Neuropathie
Die diabetische Neuropathie ist ein gefürchteter Folgeschaden hoher Blutzucker-Werte, bei dem die den Körper durchziehenden Nerven in vielfältiger Weise geschädigt werden. Zum Beispiel die Nerven, die zum Herzen, in den Darm oder in die Füße laufen. Einmal im Jahr muss der Arzt kontrollieren, ob die Nerven noch in Ordnung sind. Bester Schutz vor der Neuropathie: ein optimal eingestellter Blutzucker. Therapie-Richtlinien hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft für Ärzte herausgegeben. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, wenn Sie unter einer Neuroathie leiden!

Nüchtern-Blutzucker
Der Nüchtern-Blutzucker wird morgens vor dem Essen bestimmt. In der Regel entnimmt der Arzt das Blut dafür der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Liegen die Werte dann über 110 Milligramm pro Deziliter, zeigen sie einen Diabetes an. Entnimmt der Arzt Venenblut, gelten Werte ab 126 Milligramm pro Deziliter als Indiz für die Zuckerkrankheit. Vor dem Arztbesuch fasten, um die Werte zu schönen, ist Selbstbetrug und gefährdet langfristig ernsthaft die Gesundheit.

Orale Antidiabetika
Unter diesem Begriff versteht man alle Tabletten, die eingesetzt werden, um den Blutzucker zu senken. Sie wirken allerdings nur bei Typ-2-, und nicht bei Typ-1-Diabetikern. Die verwendeten Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrem Angriffspunkt im Körper. Die bisher erschienenen Stichworte des Diabetes-Lexikons finden Sie im Internet unter www.nai.de! Fragen Sie immer, wann Sie die Ihnen verordneten Tabletten einnehmen sollen: morgens und abends oder direkt vor dem Essen - das ist entscheidend für die Wirkung. Informieren Sie sich außerdem darüber, ob Ihre Tabletten Unterzuckerungen hervorrufen können. In jedem Fall darf eine Packung Traubenzucker in der Hand- oder Jackentasche nie fehlen!

Pankreas
Übersetzt heißt Pankreas Bauchspeicheldrüse und ist der Ort, an dem körpereigenes Insulin produziert wird. Genauer: Die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse stellen Insulin her. Bei Bedarf, also, wenn der Mensch Kohlenhydrate isst, wird Insulin dann in die Blutbahn ausgeschüttet. Bei Typ-1-Diabetikern werden die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, bei Typ-2-Diabetikern arbeiten sie zunächst auf vollen Touren, später lässt die Leistung dann nach.

Repaglinid
Der Arzneistoff geht schonend mit der Bauchspeicheldrüse um: Er kann ihr gezielt während der Mahlzeiten und kurz danach Insulin entlocken. Der Diabetiker muss dieses orale Antidiabetikum also nur noch dann einnehmen, wenn er etwas isst. Repaglinid bietet einen weiteren Vorteil. Weil die Wirkung nach dem Essen rasch nachlässt, treten Unterzuckerungen seltener auf. Trotzdem sollten Diabetiker immer eine Packung Traubenzucker in Hand- oder Jackentasche griffbereit haben.

Retinopathie
Die Retinopathie ist eine gefürchtete Spätfolge eines schlecht eingestellten Diabetes. Mit Retina bezeichnet man die Netzhaut der Augen, die bei hohen Blutzucker-Werten massiv geschädigt werden kann. Nicht rechtzeitig erkannt, kann Erblindung die Folge sein. Frühzeitig bemerkt, gibt es heute Möglichkeiten, die Schäden zu reparieren. Die beste Vorbeugung ist eine dauerhaft gute Blutzucker-Einstellung, mit HbA1c-Werten unter 6,5 Prozent.

Süßstoffe
Eine spezielle Diät gibt es für Diabetiker nicht mehr. Dennoch kann es für Menschen, die abnehmen möchten, Sinn machen, Süßstoffe einzusetzen. Im Gegensatz zu Zuckeraustauschstoffen enthalten Süßstoffe keine Kalorien. Für welchen der auf dem Markt befindlichen Süßstoffe man sich entscheidet, hängt vom individuellen Geschmacksempfinden und von der Verträglichkeit ab. Aber auch wenn Süßstoffe beim Sparen Kalorien helfen: Man sollte sie in Maßen und nicht im Übermaß einsetzen. Süßstoffe heißen zum Beispiel Acesulfam, Aspartam, Cyclamat oder Saccharin.

Typ-1-Diabetes
Hierbei handelt es sich um einen Insulinmangel-Diabetes. Der Mangel entsteht, weil die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vom körpereigenen Immunsystem angegriffen und zerstört werden. Man bezeichnet diesen Vorgang als Autoimmun-Reaktion. Eine Heilung gibt es derzeit noch nicht. Typ-1-Diabetiker sind lebenslang auf Insulin von außen angewiesen. Ein Typ-1-Diabetes kann nicht mit Tabletten behandelt werden! Die Krankheit tritt in der Regel in jüngeren Lebensjahren auf, seltener jenseits des 40. Lebensjahres. Sie äußert sich vor der Diagnosestellung in starkem Durst, Müdigkeit, Gewichtsverlust und häufigem Wasserlassen.

Typ-2-Diabetes
Hierbei handelt es sich um einen relativen Insulinmangel. Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, das an den Zellen jedoch nicht mehr richtig wirken kann. Dem Zucker aus dem Blut wird daher nur unzureichend Einlass zu den Muskelzellen verschafft. Als Folge steigt der Blutzucker an. Typ-2-Diabetes tritt meist in älteren Lebensjahren auf. Viele Patienten sind übergewichtig und haben neben den hohen Blutzucker- auch hohe Blutdruck- und Blutfettwerte. Eine Summe von Risikofaktoren, die die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöhen. Typ-2-Diabetes kann man mit Tabletten behandeln, aber auch mit Insulin. Die Krankheit wird oft erst dann entdeckt, wenn schon massive Schäden durch den hohen Blutzucker entstanden sind.

Quelle: Die Neue Apotheken Illustrierte

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